Warum die Aufladung bei der Pulverbeschichtung entscheidend ist
Damit Pulverlack überhaupt auf einem Werkstück haften kann, müssen die Pulverpartikel elektrisch aufgeladen werden. Erst durch diese elektrische Ladung werden die Partikel vom geerdeten Werkstück angezogen und bleiben bis zum Einbrennen an der Oberfläche haften.
In der professionellen Pulverbeschichtung haben sich zwei Verfahren etabliert:
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Korona-Aufladung
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Tribo-Aufladung
Beide Systeme verfolgen das gleiche Ziel, arbeiten jedoch nach unterschiedlichen technischen Prinzipien.
Die Korona-Aufladung – der Industriestandard
Die Korona-Technologie ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Beschichtungsverfahren.
Bei diesem System erzeugt die Pulverbeschichtungspistole eine elektrische Hochspannung. Die Pulverpartikel werden beim Austritt aus der Pistole elektrisch geladen und anschließend vom geerdeten Werkstück angezogen.
Vorteile der Korona-Technologie:
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hohe Beschichtungsgeschwindigkeit
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einfache Handhabung
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universell einsetzbar
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geeignet für nahezu alle Pulverlacke
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weit verbreitete Technik
Aus diesem Grund arbeiten die meisten Pulverbeschichtungsbetriebe heute mit Korona-Pistolen.
Herausforderungen bei komplexen Bauteilen
Bei Werkstücken mit tiefen Ecken, Kanten oder Hohlräumen kann es zu sogenannten Faraday-Effekten kommen.
Dabei wird das Pulver bevorzugt auf äußeren Flächen abgeschieden, während schwer zugängliche Bereiche weniger Beschichtung erhalten.
Typische Beispiele:
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Schaltschränke
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Stahlprofile
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Rohrkonstruktionen
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Gehäuse
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Revisionsklappen mit tiefen Rahmen
Deshalb müssen Spannung, Pulvermenge und Luftmenge optimal aufeinander abgestimmt werden.
Moderne Korona-Systeme
Aktuelle Beschichtungsanlagen verfügen häufig über zusätzliche Technologien zur Optimierung des Beschichtungsbildes.
Dadurch lassen sich:
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gleichmäßigere Oberflächen erzeugen
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Faraday-Bereiche besser beschichten
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Strukturpulver sauberer verarbeiten
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Oberflächenfehler reduzieren
Gerade bei hochwertigen Sichtflächen spielt die richtige Einstellung der Pistole eine entscheidende Rolle.
Die Tribo-Aufladung
Neben der Korona-Technologie existiert die sogenannte Tribo-Aufladung.
Hier erfolgt die Aufladung der Pulverpartikel nicht durch Hochspannung, sondern durch Reibung innerhalb der Pulverführung.
Während die Pulverpartikel durch spezielle Leitungen strömen, entsteht eine elektrische Ladung, die anschließend für die Haftung auf dem Werkstück sorgt.
Das Verfahren arbeitet ohne Hochspannungselektrode am Pistolenkopf.
Vorteile der Tribo-Technologie
Die Tribo-Aufladung bietet insbesondere bei bestimmten Anwendungen interessante Vorteile.
Dazu gehören:
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sehr gleichmäßige Oberflächen
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geringe Neigung zu Aufladefehlern
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gute Ergebnisse bei komplexen Geometrien
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reduzierte elektrische Raumladung
Aus diesen Gründen wird Tribo häufig bei hochwertigen Sichtflächen eingesetzt.
Warum Tribo nicht überall verwendet wird
Trotz ihrer Vorteile hat sich die Tribo-Technologie nicht flächendeckend durchgesetzt.
Gründe dafür sind:
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höherer Einstellaufwand
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empfindlichere Prozessführung
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stärkere Abhängigkeit vom Pulvertyp
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höhere Anforderungen an die Luftführung
Für viele Standardanwendungen bietet die Korona-Technologie deshalb die wirtschaftlichere Lösung.
Welche Technik eignet sich für Revisionsklappen?
Bei Revisionsklappen, Revisionstüren und anderen Blechteilen kommen in der Praxis überwiegend Korona-Systeme zum Einsatz.
Diese bieten:
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hohe Prozesssicherheit
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schnelle Beschichtungszeiten
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gleichmäßige Schichtstärken
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wirtschaftliche Verarbeitung
Bei hochwertigen Sonderanfertigungen oder speziellen Strukturpulvern können jedoch auch andere Beschichtungsverfahren interessante Vorteile bieten.
Die richtige Einstellung ist wichtiger als die Technik
In der Praxis entscheidet häufig weniger die Wahl zwischen Korona oder Tribo über die Qualität der Beschichtung.
Viel wichtiger sind:
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saubere Vorbehandlung
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korrekte Erdung
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passende Schichtstärke
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richtige Luftmenge
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geeignete Brennparameter
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hochwertiger Pulverlack
Erst das Zusammenspiel aller Faktoren sorgt für eine langlebige und optisch hochwertige Oberfläche.
Fazit
Korona- und Tribo-Aufladung gehören zu den wichtigsten Verfahren der modernen Pulverbeschichtung. Während Korona heute als Industriestandard gilt und in den meisten Beschichtungsbetrieben eingesetzt wird, bietet Tribo bei bestimmten Anwendungen Vorteile hinsichtlich der Oberflächenqualität. Für dauerhaft hochwertige Ergebnisse sind jedoch nicht nur die Aufladetechnik, sondern vor allem die richtige Prozessführung und eine sorgfältige Vorbehandlung entscheidend.
Alle Inhalte in diesem Ratgeber wurden nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Dennoch übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Angaben. Technische Anforderungen, Normen, Verarbeitungshinweise und bauliche Gegebenheiten können je nach Anwendungsfall abweichen. Maßgeblich sind stets die Angaben der jeweiligen Hersteller sowie geltende Vorschriften und Normen.

