Pulverbeschichtungen gelten als besonders langlebig, widerstandsfähig und korrosionsbeständig. Dennoch stellt sich vielen Menschen die Frage, ob sich unter einer Pulverbeschichtung überhaupt Rost bilden kann.
Die kurze Antwort lautet: Ja, unter bestimmten Bedingungen kann Rost auch unter einer Pulverbeschichtung entstehen. Entscheidend ist jedoch, wie der Untergrund vorbereitet wurde und welchen Einflüssen das Bauteil später ausgesetzt ist.
Wie schützt eine Pulverbeschichtung vor Rost?
Bei der Pulverbeschichtung wird ein Kunststoffpulver elektrostatisch auf die Oberfläche aufgebracht und anschließend eingebrannt. Dadurch entsteht eine geschlossene Schutzschicht, die das Metall vor Feuchtigkeit, Sauerstoff und Witterungseinflüssen schützt.
Solange diese Schutzschicht unbeschädigt bleibt, bietet sie einen sehr wirksamen Korrosionsschutz.
Besonders im Außenbereich wird die Pulverbeschichtung deshalb häufig für:
- Zäune
- Geländer
- Stahlkonstruktionen
- Revisionsklappen
- Garten- und Metallbauteile
- Maschinenverkleidungen
eingesetzt.
Woher kommt Rost unter der Beschichtung?
Rost entsteht immer dann, wenn ungeschützter Stahl mit Feuchtigkeit und Sauerstoff in Kontakt kommt.
Dies kann verschiedene Ursachen haben:
Unzureichende Vorbehandlung
Die wichtigste Grundlage jeder Pulverbeschichtung ist die Vorbereitung des Untergrunds.
Befinden sich bereits Roststellen, Zunder, Schmutz oder Verunreinigungen auf dem Bauteil, können diese später zu Korrosionsproblemen führen.
Deshalb werden hochwertige Beschichtungen häufig durch:
- Schleifen
- Strahlen
- Entfetten
- Phosphatieren
- Grundieren
vorbereitet.
Je besser die Vorbehandlung, desto länger hält die Beschichtung.
Beschädigungen der Oberfläche
Steinschläge, Kratzer oder mechanische Beschädigungen können die Schutzschicht verletzen.
Gelangt an diesen Stellen Feuchtigkeit unter die Beschichtung, kann sich Rost bilden.
Oft bleibt dies zunächst unsichtbar, da sich die Korrosion unter der Beschichtung ausbreitet.
Erste Anzeichen können sein:
- kleine Blasen
- Abplatzungen
- Verfärbungen
- aufgeworfene Stellen
Schnittkanten und Bohrungen
Besonders empfindlich sind Bereiche, an denen die Beschichtung unterbrochen wird.
Dazu gehören beispielsweise:
- Bohrlöcher
- Schnittkanten
- Schweißnähte
- nachträgliche Bearbeitungen
Hier kann Feuchtigkeit leichter eindringen als auf geschlossenen Flächen.
Reicht eine Pulverbeschichtung alleine aus?
Das hängt vom Einsatzbereich ab.
Für viele Anwendungen im Innenbereich oder geschützten Außenbereich ist eine hochwertige Pulverbeschichtung vollkommen ausreichend.
Bei besonders hohen Anforderungen wird jedoch häufig ein Mehrschichtaufbau eingesetzt.
Dabei wird beispielsweise zunächst eine Epoxid-Grundierung aufgetragen und anschließend die eigentliche Pulverbeschichtung eingebrannt.
Dieses Verfahren verbessert den Korrosionsschutz deutlich und wird häufig bei:
- Außenanlagen
- Stahlkonstruktionen
- Küstenregionen
- stark beanspruchten Bauteilen
eingesetzt.
Feuerverzinken und Pulverbeschichten – die Duplex-Beschichtung
Einen besonders hohen Korrosionsschutz bietet die Kombination aus Feuerverzinkung und Pulverbeschichtung.
Diese sogenannte Duplex-Beschichtung verbindet die Vorteile beider Verfahren:
- Die Verzinkung schützt den Stahl aktiv vor Korrosion.
- Die Pulverbeschichtung schützt zusätzlich vor Witterungseinflüssen und sorgt für eine hochwertige Optik.
Deshalb findet man diese Kombination häufig bei:
- Zäunen
- Toranlagen
- Balkongeländern
- Stahlkonstruktionen
- Außenrevisionstüren
Woran erkennt man Rost unter einer Pulverbeschichtung?
Typische Anzeichen können sein:
- Blasenbildung
- Abplatzende Beschichtung
- Rostspuren an Kanten
- Verfärbungen
- Aufwölbungen der Oberfläche
Wer solche Stellen frühzeitig entdeckt, kann größere Schäden oft noch verhindern.
Kann man Rost unter einer Pulverbeschichtung reparieren?
Ist die Korrosion bereits unter die Beschichtung gewandert, reicht ein einfaches Überlackieren meist nicht aus.
In vielen Fällen müssen die betroffenen Bereiche:
- freigelegt werden
- vom Rost befreit werden
- neu grundiert werden
- anschließend neu beschichtet werden
Je früher ein Schaden erkannt wird, desto geringer fällt der Aufwand aus.
Fazit
Eine fachgerecht ausgeführte Pulverbeschichtung bietet einen sehr guten Schutz gegen Rost und Korrosion. Dennoch kann unter bestimmten Bedingungen Rost entstehen, insbesondere wenn die Vorbehandlung mangelhaft war oder die Beschichtung beschädigt wurde.
Für besonders anspruchsvolle Anwendungen im Außenbereich haben sich Mehrschichtsysteme oder die Kombination aus Feuerverzinkung und Pulverbeschichtung bewährt. Sie sorgen für einen deutlich höheren Korrosionsschutz und verlängern die Lebensdauer von Stahlbauteilen erheblich.
Alle Inhalte in diesem Ratgeber wurden nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Dennoch übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Angaben. Technische Anforderungen, Normen, Verarbeitungshinweise und bauliche Gegebenheiten können je nach Anwendungsfall abweichen. Maßgeblich sind stets die Angaben der jeweiligen Hersteller sowie geltende Vorschriften und Normen.

