Nordmacher Ratgeber Pulverbeschichtung & Oberflächenveredelung
Aluminium

Aluminium pulverbeschichten: Einfache Anleitung für langlebige Ergebnisse

Aluminiumprofil vor und nach der Pulverbeschichtung in einer Beschichtungsanlage

Warum Aluminium pulverbeschichtet wird

Aluminium gehört zu den beliebtesten Werkstoffen im Bauwesen, Metallbau und in der Industrie. Das Material ist leicht, korrosionsbeständig und vielseitig einsetzbar. Durch eine Pulverbeschichtung erhält Aluminium zusätzlich eine widerstandsfähige Oberfläche und kann in nahezu jeder RAL-Farbe gestaltet werden.

Typische Einsatzbereiche sind:

  • Fassadenelemente
  • Geländer
  • Revisionsklappen
  • Fensterprofile
  • Maschinenverkleidungen
  • Metallmöbel
  • Werbeanlagen

Kann Aluminium direkt pulverbeschichtet werden?

Grundsätzlich ja. Allerdings entscheidet die richtige Vorbehandlung über die spätere Haltbarkeit der Beschichtung.

Aluminium bildet bereits nach kurzer Zeit eine natürliche Oxidschicht. Diese schützt das Material zwar vor Korrosion, kann jedoch die Haftung der Pulverbeschichtung beeinträchtigen.

Daher sollte Aluminium vor dem Beschichten gründlich vorbereitet werden.


Schritt 1: Reinigung und Entfettung

Vor der Beschichtung müssen sämtliche Verunreinigungen entfernt werden.

Dazu gehören:

  • Öle
  • Fette
  • Silikone
  • Staub
  • Klebereste
  • Fingerabdrücke

Bereits kleinste Rückstände können später zu Lackfehlern führen.


Schritt 2: Anschleifen oder Strahlen

Je nach Bauteil empfiehlt sich das Anrauen der Oberfläche.

Möglichkeiten:

  • Schleifen mit feinem Schleifpapier
  • Glasperlenstrahlen
  • Korundstrahlen
  • spezielle Vorbehandlungsverfahren

Durch die aufgeraute Oberfläche kann sich der Pulverlack besser mit dem Aluminium verbinden.


Schritt 3: Vorbehandlung des Aluminiums

Bei hochwertigen Außenanwendungen wird häufig eine zusätzliche chemische Vorbehandlung eingesetzt.

Dadurch werden:

  • Haftung verbessert
  • Korrosionsschutz erhöht
  • Langzeitbeständigkeit gesteigert

Besonders bei Fassadenelementen oder Außenbauteilen ist dieser Schritt oft sinnvoll.


Schritt 4: Pulver auftragen

Anschließend wird das Pulver elektrostatisch auf die Oberfläche aufgebracht.

Das Pulver haftet zunächst nur durch elektrische Ladung am Werkstück.

Dabei können nahezu alle RAL-Farben verwendet werden:

  • RAL 9016 Verkehrsweiß
  • RAL 9005 Tiefschwarz
  • RAL 7016 Anthrazitgrau
  • Sonderfarbtöne
  • Strukturpulver
  • Feinstruktur
  • Matt, Seidenglanz oder Glanz

Schritt 5: Einbrennen

Nach dem Auftragen wird das Werkstück im Ofen eingebrannt.

Je nach Pulversystem liegen die Temperaturen meist zwischen:

  • 160 °C und 200 °C

Während des Einbrennens schmilzt das Pulver und verbindet sich dauerhaft mit der Aluminiumoberfläche.

Es entsteht eine gleichmäßige, robuste Beschichtung.


Vorteile einer Pulverbeschichtung auf Aluminium

Eine fachgerecht ausgeführte Pulverbeschichtung bietet viele Vorteile:

  • hoher Korrosionsschutz
  • widerstandsfähige Oberfläche
  • große Farbauswahl
  • keine Lösungsmittel
  • lange Lebensdauer
  • pflegeleichte Reinigung
  • UV-beständige Beschichtungen möglich

Deshalb wird Aluminium heute in vielen Bereichen nahezu ausschließlich pulverbeschichtet.


Häufige Fehler vermeiden

Zu den häufigsten Problemen gehören:

  • unzureichende Reinigung
  • fehlende Vorbehandlung
  • zu geringe Schichtstärke
  • falsche Einbrenntemperatur
  • Silikonverunreinigungen

Diese Fehler können zu Haftungsproblemen, Blasenbildung oder vorzeitigem Beschichtungsversagen führen.


Fazit

Aluminium lässt sich hervorragend pulverbeschichten und bietet die ideale Grundlage für langlebige und optisch hochwertige Oberflächen. Entscheidend für ein dauerhaft gutes Ergebnis sind eine sorgfältige Reinigung, die richtige Vorbehandlung und eine fachgerechte Verarbeitung. So entstehen widerstandsfähige Beschichtungen für den Innen- und Außenbereich.

Hinweis:
Alle Inhalte in diesem Ratgeber wurden nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Dennoch übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Angaben. Technische Anforderungen, Normen, Verarbeitungshinweise und bauliche Gegebenheiten können je nach Anwendungsfall abweichen. Maßgeblich sind stets die Angaben der jeweiligen Hersteller sowie geltende Vorschriften und Normen.
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