Stromausfall? Nicht jede Photovoltaikanlage hilft automatisch
Viele Hausbesitzer und Unternehmen gehen davon aus, dass eine Photovoltaikanlage bei einem Stromausfall weiterhin Strom liefert. Tatsächlich schalten sich die meisten Standard-PV-Anlagen bei Netzausfall aus Sicherheitsgründen automatisch ab. Wer auch während eines Stromausfalls versorgt werden möchte, benötigt zusätzliche Technik wie einen Batteriespeicher, einen geeigneten Hybrid-Wechselrichter und eine Notstrom- oder Ersatzstromfunktion.
Gerade für Handwerksbetriebe kann dies ein entscheidender Vorteil sein.
Was ist der Unterschied zwischen Notstrom und Ersatzstrom?
Notstrom
Eine Notstromlösung versorgt nur ausgewählte Verbraucher.
Typische Anwendungen:
- Router
- Kühlschrank
- Beleuchtung
- Computer
- einzelne Steckdosen
Die Leistung ist meist begrenzt und reicht für wichtige Geräte aus.
Ersatzstrom
Ein Ersatzstromsystem versorgt dagegen nahezu das gesamte Gebäude.
Vorteile:
- automatische Umschaltung
- Versorgung mehrerer Stromkreise
- Betrieb von Maschinen und Anlagen möglich
- höhere Ausfallsicherheit
Hierfür sind spezielle Wechselrichter, Batteriespeicher und Netztrennungen erforderlich.
Warum wird das für Handwerksbetriebe immer wichtiger?
Während Privathaushalte häufig nur Kühlschrank und Licht absichern möchten, sind Unternehmen deutlich stärker auf eine zuverlässige Stromversorgung angewiesen.
Besonders betroffen sind:
- Metallbauer
- Schweißbetriebe
- Tischlereien
- Lackierereien
- Pulverbeschichtungsbetriebe
- Elektroinstallateure
Bereits kurze Stromausfälle können zu Produktionsstillständen führen.
Photovoltaik und Pulverbeschichtung – eine starke Kombination
Gerade in der Pulverbeschichtung spielt der Energieverbrauch eine zentrale Rolle.
Typische Verbraucher sind:
- Einbrennöfen
- Vorwärmöfen
- Kompressoren
- Absauganlagen
- Beleuchtung
- Fördertechnik
Bei modernen Pulverbeschichtungsanlagen entstehen schnell hohe Stromkosten. Deshalb setzen immer mehr Betriebe auf Photovoltaikanlagen mit Batteriespeicher.
Vorteile:
- geringere Energiekosten
- höherer Eigenverbrauch
- bessere Kalkulationssicherheit
- teilweise Absicherung gegen Stromausfälle
Für kleinere Anlagen und Bürobereiche kann eine Ersatzstromversorgung bereits ausreichend sein. Für größere Produktionsanlagen muss die Notstromleistung jedoch sorgfältig geplant werden.
Welche Komponenten werden benötigt?
Für eine funktionierende Ersatzstromversorgung sind in der Regel erforderlich:
- Photovoltaikanlage
- Batteriespeicher
- Hybrid-Wechselrichter
- automatische Netztrennung
- Ersatzstrom- oder Notstromfunktion
Viele Systeme benötigen zusätzlich eine sogenannte Schwarzstartfähigkeit, damit sie auch ohne vorhandenes Stromnetz selbstständig anlaufen können.
Lohnt sich ein Batteriespeicher?
Ein Batteriespeicher erhöht den Eigenverbrauch des selbst erzeugten Solarstroms deutlich.
Ohne Speicher wird oft nur ein Teil des Solarstroms direkt genutzt.
Mit Speicher:
- höhere Autarkie
- Stromnutzung auch in den Abendstunden
- bessere Nutzung der PV-Anlage
- Notstrom- und Ersatzstromfunktionen möglich
Je nach System können Eigenverbrauchsquoten von 60 bis 80 Prozent erreicht werden.
Fazit
Notstrom und Ersatzstrom werden für Hausbesitzer und Unternehmen zunehmend interessanter. Wer eine Photovoltaikanlage plant, sollte bereits bei der Anschaffung prüfen, ob eine spätere Notstrom- oder Ersatzstromversorgung möglich ist.
Gerade energieintensive Gewerke wie die Pulverbeschichtung profitieren doppelt: Einerseits sinken die laufenden Stromkosten, andererseits kann die Betriebssicherheit bei Stromausfällen verbessert werden. Mit der richtigen Planung wird die Photovoltaikanlage damit nicht nur zur Stromquelle, sondern auch zu einem wichtigen Baustein für die Versorgungssicherheit im Betrieb.
Alle Inhalte in diesem Ratgeber wurden nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Dennoch übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Angaben. Technische Anforderungen, Normen, Verarbeitungshinweise und bauliche Gegebenheiten können je nach Anwendungsfall abweichen. Maßgeblich sind stets die Angaben der jeweiligen Hersteller sowie geltende Vorschriften und Normen.


