Eine Drainage kann nur dann dauerhaft funktionieren, wenn sie fachgerecht geplant und eingebaut wird. Neben dem richtigen Gefälle und den passenden Materialien spielt vor allem die Verlegetiefe eine entscheidende Rolle.
Dabei gibt es jedoch keine allgemeingültige Tiefe für jede Drainage. Wie tief ein Drainagerohr verlegt werden sollte, hängt immer vom jeweiligen Einsatzbereich sowie den örtlichen Gegebenheiten ab.
Warum ist die Verlegetiefe wichtig?
Die Tiefe bestimmt, ob das Wasser überhaupt in die Drainage gelangen kann.
Liegt das Rohr zu hoch, bleibt Wasser möglicherweise im Boden stehen.
Liegt es zu tief, steigt der Arbeitsaufwand unnötig und die Drainage kann ihre Aufgabe unter Umständen ebenfalls nicht optimal erfüllen.
Deshalb sollte die Verlegetiefe immer sorgfältig geplant werden.
Drainage am Haus
Bei Hausdrainagen orientiert sich die Verlegetiefe in der Regel an der Unterkante des Fundaments.
Das Ziel besteht darin, Sickerwasser bereits unterhalb der Bodenplatte beziehungsweise der Fundamentsohle abzuleiten.
Dadurch wird verhindert, dass sich Wasser dauerhaft an der Kellerwand oder am Fundament staut.
Die genaue Ausführung sollte sich immer an den baulichen Gegebenheiten und den geltenden technischen Regeln orientieren.
Drainagen im Garten
Für Gartenflächen gelten andere Anforderungen.
Drainagen werden beispielsweise eingesetzt bei:
- Rasenflächen
- Pflanzbeeten
- Hochbeeten
- Gartenwegen
- Zierflächen
Hier richtet sich die Verlegetiefe vor allem nach der späteren Nutzung und der Bodenbeschaffenheit.
Bodenbeschaffenheit berücksichtigen
Nicht jeder Boden nimmt Wasser gleich gut auf.
Besonders bei:
- lehmigen Böden
- tonhaltigen Böden
- stark verdichteten Flächen
kann eine tiefere oder umfangreichere Drainage erforderlich sein als auf sandigen Böden.
Das richtige Gefälle
Neben der Tiefe ist auch das Gefälle entscheidend.
Nur wenn das Wasser kontinuierlich zum Ablauf geführt wird, kann die Drainage dauerhaft funktionieren.
Als Orientierung gilt häufig ein Gefälle von etwa 0,5 bis 1 Prozent.
Das bedeutet:
Auf zehn Metern Rohrlänge beträgt der Höhenunterschied ungefähr fünf bis zehn Zentimeter.
Der richtige Aufbau
Eine funktionierende Drainage besteht aus mehreren Schichten.
Typischerweise gehören dazu:
- ausgehobener Graben
- Drainagevlies
- Drainagekies
- Drainagerohr
- weitere Kiesschicht
- verschlossenes Vlies
- Verfüllung mit Erde
Dieser Aufbau verhindert, dass feine Bodenpartikel das Rohr im Laufe der Zeit zusetzen.
Typische Fehler
Beim Verlegen treten häufig dieselben Probleme auf:
- Rohr ohne Gefälle verlegen
- Drainagerohr direkt in Erde einbauen
- auf Drainagevlies verzichten
- ungeeigneten Kies verwenden
- Ablauf nicht ausreichend planen
Eine sorgfältige Vorbereitung verhindert spätere Funktionsstörungen.
Wann sollte ein Fachbetrieb hinzugezogen werden?
Bei einfachen Drainagen im Garten können viele Arbeiten in Eigenleistung ausgeführt werden.
Geht es jedoch um:
- Kellerabdichtungen
- Fundamente
- hohe Grundwasserstände
- größere Entwässerungssysteme
ist eine fachgerechte Planung besonders wichtig.
So lassen sich spätere Feuchtigkeitsschäden vermeiden.
Fazit
Die richtige Verlegetiefe einer Drainage hängt immer vom jeweiligen Einsatzbereich ab. Während sich Hausdrainagen an der Fundamentsohle orientieren, richtet sich die Tiefe bei Gartenflächen nach Bodenart, Nutzung und Entwässerungsziel.
Ebenso wichtig wie die Verlegetiefe sind ein ausreichendes Gefälle, ein geeigneter Aufbau mit Drainagekies und Drainagevlies sowie eine fachgerechte Ableitung des Wassers. Erst das Zusammenspiel aller Komponenten sorgt dafür, dass eine Drainage dauerhaft zuverlässig arbeitet.
Alle Inhalte in diesem Ratgeber wurden nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Dennoch übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Angaben. Technische Anforderungen, Normen, Verarbeitungshinweise und bauliche Gegebenheiten können je nach Anwendungsfall abweichen. Maßgeblich sind stets die Angaben der jeweiligen Hersteller sowie geltende Vorschriften und Normen.

