Wer eine Drainage verlegt, konzentriert sich häufig auf das passende Drainagerohr und den richtigen Drainagekies. Ein Bauteil wird dabei jedoch oft unterschätzt: das Drainagevlies.
Dabei übernimmt das Vlies eine entscheidende Aufgabe. Es schützt die gesamte Drainage vor Verschmutzung und trägt dazu bei, dass das System auch nach vielen Jahren noch zuverlässig funktioniert.
Obwohl eine Drainage theoretisch auch ohne Vlies aufgebaut werden kann, wird in den meisten Fällen der Einsatz eines geeigneten Filtervlieses empfohlen.
Welche Aufgabe hat ein Drainagevlies?
Ein Drainagevlies wirkt wie ein Filter.
Es lässt Wasser ungehindert passieren, hält jedoch feine Bodenpartikel zurück.
Dadurch verhindert es, dass:
- Erde in den Kies gelangt
- Schlamm das Rohr zusetzt
- die Kiesschicht verschlammt
- die Drainageleistung mit der Zeit nachlässt
Das Wasser kann weiterhin ungehindert zum Drainagerohr gelangen.
Was passiert ohne Drainagevlies?
Wird auf ein Vlies verzichtet, können sich feine Bodenbestandteile nach und nach zwischen den Kieskörnern ablagern.
Mit der Zeit entstehen dadurch:
- verschlammte Kiesschichten
- geringere Wasserdurchlässigkeit
- zugesetzte Rohröffnungen
- aufwendige Reparaturen
Die Drainage verliert ihre Funktion und überschüssiges Wasser kann nicht mehr zuverlässig abgeleitet werden.
Wo wird das Vlies eingebaut?
Bei einer klassischen Drainage wird zunächst der Graben ausgehoben.
Danach erfolgt der Aufbau in folgender Reihenfolge:
- Drainagevlies auslegen
- erste Kiesschicht einbringen
- Drainagerohr verlegen
- Rohr mit Kies umschließen
- Vlies über dem Kies schließen
- Graben verfüllen
So entsteht ein geschlossener Filterkörper, der die Drainage dauerhaft schützt.
Muss jedes Drainagerohr zusätzlich eingewickelt werden?
Nicht unbedingt.
Es gibt zwei gängige Varianten:
Variante 1 – Drainagerohr mit separatem Drainagevlies
Hier wird der gesamte Kieskörper mit einem großflächigen Filtervlies umschlossen.
Diese Bauweise ist im privaten Haus- und Gartenbereich weit verbreitet.
Variante 2 – Drainagerohr mit integriertem Filtermantel
Einige Drainagerohre verfügen bereits über einen werkseitig angebrachten Vlies- oder Kokosfilter.
Je nach Bodenverhältnissen kann dies ausreichend sein. Trotzdem wird häufig zusätzlich ein separates Drainagevlies verwendet, um auch die Kiesschicht vor Verschmutzung zu schützen.
Welches Vlies eignet sich?
Drainagevliese unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich:
- Material
- Flächengewicht
- Wasserdurchlässigkeit
- Reißfestigkeit
Für Drainagen sollten ausschließlich wasserdurchlässige Filtervliese verwendet werden.
Normale Unkrautvliese oder Folien erfüllen diese Aufgabe nicht.
Typische Fehler vermeiden
Beim Einbau treten häufig folgende Fehler auf:
- kein Drainagevlies verwenden
- falsches Vlies einsetzen
- Vlies nicht vollständig schließen
- Erde direkt auf den Kies aufbringen
- beschädigtes Vlies weiterverwenden
Eine sorgfältige Verarbeitung erhöht die Lebensdauer der gesamten Drainage deutlich.
Welche Vorteile bietet Drainagevlies?
Ein hochwertiges Drainagevlies bietet zahlreiche Vorteile:
✔ schützt vor Verschlammung
✔ verlängert die Lebensdauer der Drainage
✔ erhält die Wasserdurchlässigkeit
✔ reduziert Wartungsaufwand
✔ schützt Drainagerohr und Kies
✔ verbessert die Funktion der gesamten Entwässerung
Fazit
Ein Drainagevlies gehört bei den meisten Drainagen zu den wichtigsten Bestandteilen des gesamten Systems. Es verhindert, dass feine Bodenpartikel den Drainagekies und das Drainagerohr zusetzen, und sorgt dafür, dass überschüssiges Wasser dauerhaft zuverlässig abgeleitet werden kann.
Wer bereits beim Einbau auf ein hochwertiges Filtervlies setzt und dieses fachgerecht verarbeitet, erhöht die Lebensdauer der gesamten Drainage erheblich und reduziert das Risiko späterer Verstopfungen oder kostspieliger Reparaturen.
Alle Inhalte in diesem Ratgeber wurden nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Dennoch übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Angaben. Technische Anforderungen, Normen, Verarbeitungshinweise und bauliche Gegebenheiten können je nach Anwendungsfall abweichen. Maßgeblich sind stets die Angaben der jeweiligen Hersteller sowie geltende Vorschriften und Normen.

