Feuchte Kellerwände, nasse Fundamente oder dauerhaft stehendes Wasser rund um das Gebäude sind Probleme, die viele Hausbesitzer erst Jahre nach dem Bau bemerken. Häufig stellt sich dann die Frage, ob eine Drainage auch nachträglich eingebaut werden kann.
Grundsätzlich ist das möglich. Der Aufwand ist zwar größer als bei einem Neubau, doch eine fachgerecht ausgeführte Drainage kann helfen, Sickerwasser gezielt abzuleiten und die Bausubstanz langfristig vor Feuchtigkeit zu schützen.
Wann ist eine nachträgliche Drainage sinnvoll?
Nicht jedes Feuchtigkeitsproblem lässt sich mit einer Drainage lösen. Bevor umfangreiche Erdarbeiten beginnen, sollte die Ursache sorgfältig geprüft werden.
Eine nachträgliche Drainage kann sinnvoll sein, wenn:
- sich regelmäßig Wasser am Fundament sammelt
- Kellerwände dauerhaft feucht sind
- der Boden nur schlecht versickert
- lehmige oder tonhaltige Böden vorhanden sind
- Regenwasser nicht ausreichend abgeleitet wird
Vor Beginn der Arbeiten empfiehlt sich eine genaue Analyse der Feuchtigkeitsursache.
Wie wird eine Drainage nachträglich eingebaut?
Zunächst wird der Bereich entlang der Außenwand abschnittsweise freigelegt.
Anschließend erfolgt der Aufbau der Drainage in mehreren Schritten:
- Arbeitsgraben herstellen
- Fundament freilegen
- Kellerwand reinigen
- Abdichtung prüfen oder erneuern
- Drainagevlies auslegen
- Drainagekies einbringen
- Drainagerohr mit Gefälle verlegen
- Rohr vollständig mit Kies umschließen
- Vlies schließen
- Graben wieder verfüllen
So entsteht ein dauerhaft funktionsfähiges Entwässerungssystem.
Gleichzeitig die Kellerabdichtung prüfen
Wenn das Fundament bereits freigelegt ist, bietet sich die Gelegenheit, auch die Außenabdichtung zu kontrollieren.
Beschädigte oder veraltete Abdichtungen können häufig direkt erneuert werden.
Je nach Baujahr kommen dabei beispielsweise zum Einsatz:
- Bitumendickbeschichtungen
- mineralische Dichtungsschlämmen
- Abdichtungsbahnen
- Schutz- und Drainplatten
Die Kombination aus neuer Abdichtung und funktionierender Drainage bietet den besten langfristigen Schutz.
Das richtige Gefälle
Damit das Wasser zuverlässig abfließen kann, benötigt das Drainagerohr ein gleichmäßiges Gefälle.
Als Orientierung gelten häufig etwa 0,5 bis 1 Prozent.
Wichtig ist außerdem, dass das Wasser anschließend ordnungsgemäß abgeführt oder versickert werden kann.
Welche Materialien werden benötigt?
Für eine Hausdrainage werden in der Regel benötigt:
- Drainagerohre
- Drainagekies
- Drainagevlies
- Rohrverbindungen
- Kontrollschächte (je nach Anlage)
- geeignete Ablaufmöglichkeiten
Nur das Zusammenspiel aller Komponenten sorgt für eine dauerhaft funktionierende Entwässerung.
Typische Fehler vermeiden
Bei nachträglich eingebauten Drainagen treten häufig folgende Fehler auf:
- fehlendes Gefälle
- falsches Rohrsystem
- ungeeigneter Kies
- kein Drainagevlies
- beschädigte Kellerabdichtung nicht erneuert
- fehlende Wartungsmöglichkeiten
Eine sorgfältige Planung verhindert spätere Probleme.
Braucht jedes Haus eine Drainage?
Nein.
Ob eine Drainage erforderlich ist, hängt von mehreren Faktoren ab:
- Bodenart
- Grundwasserstand
- Hanglage
- Niederschlagsmengen
- vorhandene Entwässerung
- Zustand der Kellerabdichtung
Auf gut durchlässigen Böden oder bei funktionierender Oberflächenentwässerung ist eine zusätzliche Drainage häufig nicht notwendig.
Fazit
Eine Drainage lässt sich auch nachträglich rund um ein Haus einbauen und kann eine sinnvolle Maßnahme sein, wenn Feuchtigkeit oder Staunässe die Bausubstanz gefährden. Entscheidend für den langfristigen Erfolg sind jedoch eine sorgfältige Ursachenanalyse, eine intakte Kellerabdichtung sowie der fachgerechte Einbau mit Drainagerohr, Drainagekies, Drainagevlies und ausreichendem Gefälle.
Wer die Arbeiten professionell plant und ausführt, schafft eine zuverlässige Entwässerung und trägt dazu bei, Keller und Fundament dauerhaft vor Feuchtigkeit zu schützen.
Alle Inhalte in diesem Ratgeber wurden nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Dennoch übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der Angaben. Technische Anforderungen, Normen, Verarbeitungshinweise und bauliche Gegebenheiten können je nach Anwendungsfall abweichen. Maßgeblich sind stets die Angaben der jeweiligen Hersteller sowie geltende Vorschriften und Normen.

